Das war meine nächste Frage.
Ich hatte keine Erkältung. Ich hatte auch keine Allergie, das war getestet.
Die Antwort hat mein Bild von meiner eigenen Nase komplett umgedreht.
Deine Nase ist nicht verstopft, weil zu viel drin ist. Sie ist verstopft, weil sie von innen anschwillt.
In den Nasenmuscheln — den Wülsten an den Seitenwänden — liegt ein Gewebe, das sich mit Blut füllen kann wie ein Schwamm. Das ist völlig normal. So reguliert deine Nase, wie viel Luft durchkommt. Deshalb geht im Liegen auch immer die untere Seite zu.
Nur: Wenn die Schleimhaut gereizt oder entzündet ist, füllt sich dieser Schwamm und läuft nicht mehr richtig leer.
Und dann kommt der Teil, den mir vorher niemand erklärt hat.
Das hört nicht von allein auf.
Die geschwollene Schleimhaut legt sich vor die kleinen Öffnungen zu deinen Nasennebenhöhlen. Die sind nur ein bis drei Millimeter groß. Sind sie zu, kommt weniger Sauerstoff hinein — und ein Gas, das deine Nebenhöhlen selbst produzieren, kommt nicht mehr heraus.
Dieses Gas ist der Antrieb für die Millionen winziger Flimmerhärchen, die deine Nase eigentlich sauber halten. Ohne den Antrieb schlagen sie nur noch etwa halb so schnell.
Der Schleim bleibt liegen. Die Schleimhaut wird durchlässiger. Mehr Reizstoffe kommen ins Gewebe. Die Entzündung geht weiter.
Und die Schwellung bleibt.
Das ist kein Zustand. Das ist ein Kreis.
Meine Erkältung war irgendwann im Winter vor neun Jahren. Die war längst weg.
Der Kreis lief weiter. Er hält sich selbst am Laufen.
Und genau deshalb hat nichts geholfen, was ich probiert hatte.
Das Nasenspray drückt die Gefäße zu. Eine Stelle.
Die Nasendusche spült den Schleim weg. Eine Stelle.
Das Kortisonspray dämpft die Entzündung, so lange du es nimmst. Eine Stelle.
Die Schiene, das Pflaster und die Seitenlage arbeiten am Rachen. Gar keine Stelle.
Einen Kreis mit fünf Stationen hältst du an einer Stelle nicht an.